Inga Hanka | Momente meiner Liebe – Teil 1
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Momente meiner Liebe – Teil 1

Sommer 2011

Ich weiß noch wie ich ihn das erste Mal sah. Es war kein Blitz, nicht wie ein Stromschlag. Es war ein Blick der vielleicht etwas länger auf ihm ruhte als er es gewöhnlich auf anderen Menschen tat. Er sah gut aus, keine Frage, aber da war noch mehr. Da war etwas, das ich nicht zu benennen vermochte, es war wie ein zaghaft gespanntes Gummiband das mich dazu zwang meinen Kopf immer wieder in seine Richtung zu drehen. Obwohl wir nur wenige Sätze miteinander wechselten, achtete ich ohne es zu wollen immer darauf wo er sich grade aufhielt, so als seien wir miteinander verbunden und gleichzeitig war da diese Stimme in meinem Kopf die mir sagte eben jene Verbindung würde nichts als meiner verrückten Phantasie entspringen. Wahrscheinlich bildete ich sie mir einfach nur ein.

Ich hatte mir geschworen vorsichtig zu sein was die Vergabe meines Herzens anging, zu oft hatte ich mein Interesse leichtfertig verschenkt. Nicht ohne Grund und ganz und gar nicht ohne Eigennutz wie ich mittlerweile wusste und doch wollte ich es niemals wieder hergeben ohne sicher zu sein. Ganz sicher. Oh wie wenig wusste ich da doch von der Liebe.

Ich sehnte mich nach einem Gefühl auf das ich bis dato nicht mehr als einen vorsichtigen Blick hatte erhaschen können, seine Vorstellung in meinem Kopf hatte ich mir aus Büchern und Filmen zusammengebastelt von denen ich keine Ahnung hatte ob sie tatsächlich auf den Erfahrungen wahrer Liebe basierten oder nichts als eine schöne Illusion wortgewandter Autoren und Drehbuchschreiber waren. Trotzdem wollte ich sie, die wahre Liebe, nichts wollte ich mehr, und nicht selten verlor ich mich in dem Gedanken, dass es sie doch irgendwo geben müsse. Doch gleichzeitig wollte ich Sicherheit. Ich wollte Gewissheit.

Ich wollte die Liebe und damals dachte ich, ich sei bereit mich auf sie einzulassen herunterladen. Wie sehr ich mich doch irrte. Es war noch ein langer Weg den ich vor mir haben sollte, bis ich tatsächlich soweit war aus einem Tagtraum Realität zu machen und es sollte wohl so sein, dass dieser eine, erste Abend an dem ich ihm begegnete nicht der Abend war an dem unsere gemeinsame Geschichte begann. Dieser Abend war wie eine verheißungsvolle Möglichkeit an die ich mich damals nicht traute zu glauben, auch wenn es mir so schien als würde er bei der Verabschiedung meine Hand ein bisschen länger drücken als üblich und als er ging, blickte er sich noch einmal um. Ganz genau in meine Augen. Dann war er verschwunden.

Und so beginnt diese Liebesgeschichte nicht dort wo Liebesgeschichten üblicherweise beginnen. Sie beginnt nicht mit einem Flattern im Bauch, nicht mit einem Stromschlag bei ersten Blick in die Augen und auch nicht mit einer Zufallsbekanntschaft. Sie beginnt mit einem kleinen Mädchen, dessen Welt auf einmal Kopf stand. Bei mir. Denn bei einem selbst ist dort wo alles anfängt. Am allermeisten jedenfalls die Liebe.

 

Frühling 2012

„Hör doch einfach auf damit“. Meine Stimme klingt schrill. Ich schlage mir die Hände vors Gesicht und stürme aus dem Wohnzimmer. Ich will weg von hier, einfach nur weg. Wie im Rausch greife ich nach meiner Jacke, stürme vorbei an meiner Mutter die hilflos ihre Schultern hochzieht und mit einem Knall lasse ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Ich steige auf mein Fahrrad und trete in die Pedale so fest ich kann. Es ist mir egal, dass es regnet, die winzigen, kalten Tropfen sprühen auf mein Gesicht und während ich spüre wie meine Wangen langsam rot werden und mein ganzer Körper sich erhitzt, fahre ich immer weiter, einfach weiter, ohne Ziel iphone video von facebook downloaden. Hauptsache weg. „Du wirst sie schon finden, die Liebe“, hatte meine Mutter zu mir gesagt. „Du wirst sie schon finden“. Sie hatte es nur gut gemeint, aber es fühlte sich an als würden ihre Worte mich verhöhnen. „Niemals werde ich sie finden“, denke ich bitter.

Ich will nicht hören, dass alles wieder gut wird. Ich will es nicht hören, weil es sich verdammt noch mal überhaupt nicht so anfühlt. Ich habe ein Studium das mich unglücklich macht, wohne in einer Stadt in der ich mich nicht mehr Zuhause fühle und habe keine Ahnung was ich mit meinem Leben anfangen soll. Alle Dinge von denen ich dachte, ich würde sie wollen, will ich nicht. Ich WILL sie WOLLEN, aber ich will nicht. Und dich weiß nicht was ich dagegen tun soll.

Der Wind weht mir ins Gesicht, während ich langsam ruhiger werde. Irgendwann drehe ich mein Fahrrad um und fahre zurück nach Hause. Ich will nicht mehr an die Liebe glauben, aber irgendwo tief in mir, weiß ich dass ich es doch tue. Ich weiß nicht warum, aber ich weiß, dass ich nicht anders kann.

Und ich soll Recht behalten.

 

Ein Jahr später im Frühling 2013

Ich stehe im Wohnzimmer meiner neuen Wohnung zu der ich am Morgen den Schlüssel abgeholt habe. Das Radio spielt laut, es riecht nach Farbe und Suppe, nach Bier und nach Neuanfang. Mit einer kleinen Rolle streiche ich die Deckenbalken als er auf einmal hinter mich tritt. „Komm’ ich helfe dir“, sagt er. Ich nicke stumm. Wir stehen hintereinander und arbeiten in stillem Einvernehmen. Strich für Strich für Strich übertönen wir die vergilbten Balken bis sie in einem klaren Weiß erleuchten herunterladen. Selbst wenn ich es wollte, ich würde keinen Ton herausbringen. Ich spüre seine Anwesenheit so stark, dass ich fürchte meine Stimme würde versagen, wenn ich auch nur versuchte ein einziges Wort zu sagen und deswegen lasse ich es lieber bleiben. Schon bei unserer ersten Begegnung hatte ich sie gespürt diese Verbindung zwischen uns von der ich damals noch dachte ich würde sie mir einbilden, doch jetzt kann ich sie nicht mehr leugnen, selbst wenn ich wollte. Ich spüre seine Anwesenheit so stark, dass sie alles andere in meiner Wahrnehmung verblassen lässt. Die Konturen des Wohnzimmers scheinen wie von einem milchigen Schleier bedeckt, weil alles in mir sich auf den Mann zu konzentrieren scheint, den ich zwar nicht sehen kann weil er in meinem Rücken steht, der auf mich aber wirkt wie ein Magnet der meine Sinne komplett vereinnahmt.

Er ist an diesem Abend der letzte der geht und wir verabschieden uns ohne Verabredung. Eine kurze Umarmung, ein knappes Kopfnicken, dann ist er weg. Am nächsten Tag ziehe ich in meine Wohnung ein und jedes Mal wenn ich die Balken an der Decke betrachte, kribbelt es in meinem ganzen Körper. Eine Woche später frage ich per sms: „Hast du Lust morgen ins Kino zu gehen“. Seine Antwort kommt sofort, es ist nur ein einziges Wort: „Ja“.

 

Drei Tage später.

Es ist Freitag und als ich um 23 Uhr eine Nachricht bekomme mit „Sind in der Kneipe unter euch, kommst du runter“, muss ich nicht überlegen. Kurze Zeit später stehe ich vor ihm und blicke in seine Augen. Um uns herum wird gelacht, geredet und getrunken, viele unserer Freunde sind da, doch ich nehme sie nicht wahr, es gibt nur ihn. Vielleicht ist es der Schutz dieser ausgelassenen Feierstimmung, vielleicht ist es aber auch einfach nur die aufgestaute Spannung zwischen uns der ich mich nun endlich vollkommen hingebe outlook ordner downloaden. Als wir die Kneipen wechseln, laufen wir ein Stück hinter allen anderen her, wir reden während er sein Fahrrad neben mir her schiebt und unsere Blicke sich nicht mehr loslassen. Vor der Tür bleiben wir stehen, reden weiter und keiner von uns will hineingehen in die Kneipe, doch gleichzeitig traut sich auch keiner von uns den ersten Schritt zu machen. Und so schließt er sein Rad ab und wir treten durch die Tür.

Wir stehen an einem Tisch, blicken uns in die Augen und zum ersten Mal habe ich keine Ahnung mehr was ich mit diesem Mann reden soll. Sie ist vorbei, die Zeit zum Reden. Grade als der Kellner ein volles Glas Bier vor uns auf den Tisch stellt, durchbreche ich die ungewohnte Stille zwischen uns: „Lass’ uns gehen“, sage ich. Er nickt. Wir lassen unsere vollen Gläser stehen, verabschieden uns nicht einmal. Wir drehen uns einfach auf dem Absatz um, den kurzen Weg zu meiner Wohnung laufen wir stumm nebeneinander her und erst als ich die Tür zu meiner Wohnung aufschließe, merke ich wie ich unsicher werde. Ich weiß was passieren wird, nichts will ich in diesem Moment mehr als ihn zu küssen und doch weiß ich nicht genau wie ich das anstellen soll. Wir treten hinein in mein Wohnzimmer und damit in jene unbeholfene Unruhe die einen ersten Kuss ausmacht. Ich setze mich aufs Sofa und er befreit erst einmal das Basilikum von seiner Plastikfolie und wirft mir vor, ich könne die Pflanze nicht einfach so eingepackt stehenlassen, da würde sie dran kaputtgehen. Irgendwann habe ich die Nase voll. Ich küsse ihn. Ich küsse ihn, wie ich noch nie einen Mann geküsst habe. Ich küsse ihn, weil ich es will und nicht, weil ich denke es gehöre dazu herunterladen. Ich küsse ihn weil es einfach gar keine andere Möglichkeit gibt als ihn zu küssen, und ich zum ersten Mal in meinem Leben spüre ich, wie es sich anfühlt sich in einem anderen Menschen zu verlieren und gleichzeitig Alles zu finden.

 

Zwei Monate später.

„Ich habe die Zusage“, er strahlt mich an und wedelt mit einem weißen Blatt Papier vor meiner Nase. „Das ist ja schön, Glückwunsch…“, ich freue mich ehrlich für ihn, ich weiß wie wichtig diese Zusage für ihn ist. Von Beginn unserer Beziehung war klar, dass er weggehen wird. Ein Praktikum in Amerika, das war von Anfang an der Plan, Kempen war immer nur eine Übergangslösung und jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Der Mann den ich liebe, wird das ganze nächste Jahr am anderen Ende der Welt verbringen, in vier Monaten soll es losgehen. Er zieht mich an sich und ich schmiege mein Gesicht in seine Halsbeuge, wie ich es immer tue. „Ich komm’ dich auf jeden Fall besuchen“, sage ich grinsend. „Klar tust du das“, sagt er und es fühlt sich so richtig an wie etwas sich nur richtig anfühlen kann und in diesem Moment ist es das auch. Uns bleiben nur noch vier Monate, aber mir kommen sie vor als hätten wir die Ewigkeit.

 

Im Sommer beginnt dieses Gefühl sich zu ändern … Es ist Juli.

Es ist der letzte Tag unseres Urlaubes und wir verbringen ihn in Kopenhagen leicht verkatert in einem kleinen Café. Seine Hand liegt auf dem Tisch und ich lege meine hinein und während ich einen Cappuchino bestellt habe und er ein dänisches Bier trinkt, sitzen wir stumm da und beobachten die Menschen die sich durch die Fußgängerzone an uns vorbeitreiben lassen herunterladen. Ich versuche einen Scherz zu machen, worüber weiß ich nicht mehr, aber ich weiß, dass es mir nicht gelingt. Nicht weil mir Scherze generell höchstens unfreiwillig gelingen, sondern weil der bevorstehende Abschied über uns schwebt wie die berühmte graue Regenwolke an einem ansonsten strahlend blauen Himmel. Ich schlucke als ich daran denken muss, dass ich bald nicht mehr so einfach nach seiner Hand werde greifen können. Er sieht mich an. „Denkst du an Amerika?“, seine Frage klingt eher wie eine Feststellung. Ich nicke stumm. Er sieht mich an und ich kann sehen, dass auch er nicht möchte, dass unser Urlaub zu Ende geht. „Wir schaffen das“, sagt er bestimmt. Ich weiß, er will mir Mut machen, aber es fühlt sich eher an als müsse er sich selbst überzeugen. Wieder nicke ich. „Wir schaffen das“, wiederhole ich und noch während ich mich bemühe, meine Worte entschlossen klingen zu lassen, zweifle ich an ihrer Wahrheit. Ich habe keine Ahnung wie wir das schaffen sollen. Aber ich weiß, dass wir es schaffen müssen. Wir müssen es einfach schaffen. Und mit diesem Gedanken drücke ich seine Hand. Er erwidert den Druck und stumm blicken wir beide wieder auf die Menschen die sich durch die Fußgängerzone an uns vorbeischieben. Und so ist der letzte Tag unseres Urlaubes den wir in einem kleinen Café, mitten in Kopenhagen verbringen gleichzeitig das Ende unseres Kennenlernens. Und der Beginn unserer größten gemeinsamen Herausforderung. Der Herausforderung die sich Leben nennt.

 

Im August.

„Lass mich in Ruhe“, ich brülle ihn an, während mir die Tränen in die Augen steigen. Es ist mitten in der Nacht, wir kommen von einem Abend bei Freunden und stehen nun irgendwo auf einem Feldweg. Er zieht ratlos die Schultern in die Höhe und in seinem Blick sehe ich gleichzeitig Sorge aber vor allem Ratlosigkeit fotos herunterladen iphone mac.

Ich drehe mich um und laufe davon, die Augen blind vor Tränen. Ich blicke nicht zurück. „Weg, einfach weg,“ das ist der einzige Gedanke der monoton durch meinen Kopf zieht, während ich renne so schnell ich kann und mich urplötzlich auf dem Boden wiederfinde, das Knie blutig, die Hände aufgeschrammt. „Er wird gehen“, denke ich wieder und wieder und wieder und dieser Gedanke macht mich schier wahnsinnig. Jede Vernunft ist aus meinem Körper verschwunden, kein Plan den wir gemeinsam geschmiedet hatten um dieses Jahr als Paar zu überstehen hat in diesem Moment Bedeutung. Der Gedanke, Franz verlieren zu können ist so übermächtig und dringt vor bis in den letzten Winkel meines Seins wo mir nur eine einzige Handlung logisch erscheint: Ich muss gehen, bevor er gehen kann. Ich muss gehen, obwohl ich mir nichts mehr wünsche als zu bleiben. Ich muss gehen, obwohl ich diesen Mann mehr liebe als alles andere auf der Welt. Doch das einzige was in diesem Augenblick stärker ist, als die Liebe, ist die Angst er könne mich verlassen und so konnte ich nicht anders als die Beine in die Hand zu nehmen und einfach nur zu laufen. Weg, einfach weg. So wie ich es schon so oft getan hatte.

Auf einmal spüre ich seine Hand an meiner Schulter. „Komm’…“, sagt er und ich kann hören wie er mit seiner Stimme versucht mich zu beruhigen. Ich bringe kein Wort heraus, nachdem die Verzweiflung aus mir herausgebrochen ist, fühle ich mich seltsam erschöpft und leer. Er hilft mir aufzustehen und ohne ein Wort zu sagen gehen wir zurück nach Hause, wo der Blick in den Spiegel bestätigt, dass ich so aussehe wie ich mich fühle. Mein Gesicht ist verschmiert mit Tränen, Blut und Dreck, in meinem Knie steckt noch der schwarze Schutt und mein Rock hat einen großen Riss. Franz sagt kein Wort, als er mir über die Schulter blickt und mir dabei zusieht wir mir erneut die Tränen in die Augen steigen als ich mich betrachte. Vorsichtig legt er erst den einen, dann den anderen Arm um meine Schultern, sein Blick hält den meinen dabei im Spiegel ganz fest und langsam, ganz langsam verstärken seine Arme den Druck an meinen Schultern, bis ich nicht mehr anders kann, als jede Abwehr, jede Spannung fallenzulassen windows 7 installatieschijfen. Meine Knie werden weich, ich sinke in ihn hinein und während er mich festhält wie ich noch niemals festgehalten worden bin, weine ich wie ich wohl noch niemals in meinem Leben geweint habe.

 

September.

„Morgen geht es los“. Franz und ich sitzen in einer kleinen Pizzeria, unsere Hände liegen auf dem Tisch, die Finger ineinander verschlungen, während wir ganz klischeehaft auf Pizza, Salat und Rotwein warten. „Morgen geht es los“, sagt er noch einmal, seine Worte klingen dumpf, so als hätte er vergessen sich selbst daran zu erinnern, dass er sich doch eigentlich freuen sollte. Ich habe einen Kloß im Hals, versuche zu lächeln während ich die Tränen in meinen Augenwinkeln wegblinzle. Ganz fest halte ich seine Hand, nie möchte ich sie loslassen. Und doch werde ich es müssen, spätestens morgen. „Morgen geht es los,“ denke ich und mir wird ein bisschen übel. Es ist ein Abend an dem die Zeit so viel wertvoller ist als sie mir sonst erscheint. Die Minuten rinnen durch meine Finger wie der Sand durch die Trichter der Uhr, nur viel viel schneller und jeder Versuch die unaufhörlich verstreichenden Momente zu ignorieren, lässt sie nur noch endgültiger vergehen. In der Nacht tun wir kein Auge zu, zu wertvoll sind die letzten gemeinsamen Stunden für das nächste Jahr. Wir versichern uns, dass wir uns lieben. Wir versichern uns, dass wir dieses Jahr gemeinsam schaffen werden, auch wenn wir nicht beieinander sein können. Wir versichern uns, dass es das Richtige ist. Und dort in seinen Armen, die er ganz fest um mich schlingt, fühlt es sich so an als hätten wir Recht minecraft launcher kostenlos downloaden vollversion.

Die Verabschiedung ist kurz. Ich fahre ihn zum Flughafen, bringe ihn zur Passkontrolle. Ein letzter Kuss, eine Umarmung, seine Finger beim Loslassen noch einen kleinen Moment zu lange an meiner Wange. „Es ist das Richtige“, sage ich zu mir während ich ihm hinterherblicke, doch glauben kann ich es in diesem Moment nicht mehr. Noch ein Mal winkt er mir zu, dann ist er weg. Ich fühle mich leer und erschöpft, all die Emotionen, die Intensität der letzten Tage ist mit ihm verschwunden und während ich mir versuche einzureden, dass beides wiederkommen wird, straffe ich die Schultern und mache mich auf den Weg nach Hause.

Zuhause angekommen öffne ich die Tür zu meiner Wohnung, laufe ich in mein Zimmer, atme tief aus und lasse mich aufs Bett fallen. Ich hatte erwartet, von Traurigkeit überwältigt zu werden, doch während ich darauf warte, dass die Tränen mir übers Gesicht laufen, merke ich, dass sie nicht kommen werden. Ich fühle mich seltsam erschöpft, wie ein Ballon, dem die Luft ausgelassen wurde. „Er ist weg“, denke ich, rolle mich auf den Rücken und blicke hoch zur Decke. Ich weiß nicht wie lange ich dort liege, still, leer und ohne jeden Gedanken, doch irgendwann stehe ich auf, gehe ich die Küche und mache mir etwas zu essen. Ich bin verwundert, ich hatte erwartet verzweifelt zu sein, doch stattdessen bin ich ruhig. Es fühlt sich an wie diese ganz bestimmte, erschöpfte Ruhe nach dem Herausbrechen von lange unterdrückten Gefühle. Wie jene matte Zufriedenheit darüber, dass der Schmerz nun endlich weg ist und an seiner Stelle einfach nichts ist. Nichts. Er ist weder gut noch schlecht, dieser Zustand, er ist einfach wie er ist und doch überrascht es mich, ihm hier zu begegnen, dachte ich doch es würde mich umbringen Franz gehen zu lassen herunterladen. Doch das tut es nicht. Ich stehe dort in meiner Küche und während ich ein Ei nach dem anderen in die Pfanne schlage, merke ich, dass ich noch lebe. Genauso wie vorher. „Ich habe es geschafft“, denke ich. „Ich habe ihn gehen lassen“…

 

Das hier ist der erste Teil vom “Momente meiner Liebe”  – den zweiten Teil werde ich dir am Donnerstag im Podcast erzählen. Ich freue mich wenn du vorbeihörst. 

 

 

Lust auf mehr? Dann schau‘ doch mal bei Instagram vorbei. 

 

4 Comments
  • Avatar
    Annette Kretschmer
    Posted at 09:42h, 07 April Reply

    Die Liebe ist jede Sekunde spürbar. Wunderbare, inspirierende Zeilen, die trotz ihrer Tiefe so viel Witz und Leichtigkeit übermitteln. Es macht sehr viel Spaß sie zu lesen.

  • Avatar
    Sandra Reiners
    Posted at 11:59h, 08 April Reply

    Liebe Inga,
    ich finde es unglaublich, wie Du alles in Worte fassen kannst. Ich habe deinen letzten Text gerade gelesen und selber fast geweint. Es hat mich wahnsinnig berührt, wie Du schreibst. Deine komplette Kollumne berührt mich in vielen Dingen. Ich finde mich und auch Stefan oft darin wieder. Und es hilft mir auch mal auf andere Weise über unsere Beziehung nachzudenken. DANKE dafür!
    Mich interessiert aber jetzt ganz dolle, wie Du dieses eine Jahr geschafft hast?? Für mich wäre ein Jahr ohne Stefan die Hölle… Ich weiß noch, dass er 2017 für drei Woche in Mexiko war. Ich habe diese drei Wochen nur geheult. Jeden Tag, immer nach der Arbeit, wenn ich ins Auto nach Hause stieg. Und ich wusste, die Wohnung würde viel zu leise sein.. Ich habe es kaum ausgehalten.
    Und Du… ein Jahr war Franz weg..

    Ich danke Dir nochmal, für deine vielen Texte. Du bberührst ganz viele Menschen damit.

    Alles Liebe!

    Sandra

  • Inga Hanka | Momente meiner Liebe – Teil 1
    Posted at 13:59h, 14 April Reply

    […] Den ersten Teil dieses Beitrages gibt es HIER. […]

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