Inga Hanka | Es beginnt mit einem Gedanken.
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Es beginnt mit einem Gedanken.

Es beginnt mit einem Gedanken. Mit einer fixen Idee. Mit der bloßen Vorstellung einer Möglichkeit die so verheißungsvoll anmutet, dass sie nicht mehr verschwindet. Aus unserem Kopf. Aus unserem Gefühl. Aus unserer Seele.

Diese Geschichte ist nicht nur die meine. Es ist die Geschichte eines Traumes der Wirklichkeit wurde und vielleicht wird sie ganz genauso zu deiner.

 

Im Jahr 2010

„Hör auf. Hör doch einfach auf damit“. Meine Stimme klingt schrill. Ich schlage mir die Hände vors Gesicht und stürme aus dem Wohnzimmer. Ich will weg von hier, einfach nur weg. Wie im Rausch greife ich nach meiner Jacke, stürme vorbei an meiner Mutter die hilflos ihre Schultern hochzieht und mit einem Knall lasse ich die Tür hinter mir ins Schloss fallen. Ich steige auf mein Fahrrad und trete in die Pedale so fest ich kann. Es ist mir egal, dass es regnet, die winzigen, kalten Tropfen sprühen auf mein Gesicht und während ich spüre wie meine Wangen langsam rot werden und mein ganzer Körper sich erhitzt, fahre ich immer weiter, einfach weiter, ohne Ziel herunterladen. Hauptsache weg. Ich kann nicht mehr verhindern, dass mir die Tränen über die Wangen laufen. Sie vermischen sich mit den Regentropfen und als ich das Salz auf der Zunge schmecke, werde ich unwillkürlich langsamer. Es dauert nicht lange bis mein Körper vor Schluchzern bebt und mit jedem einzelnen fühle ich mich wieder mehr nach mir an und endlich werde ich ruhiger. Ich weiß nicht mehr wie viel Zeit vergangen ist, als ich mein Fahrrad herumdrehe, langsam aufsteige und zurückfahre.

„Hey“, sage ich leise als ich zur Tür hereinkomme. Meine Mutter lächelt mich an. „Hey“, sagt sie. Ich weiß nicht was ich sagen soll, deswegen sitzen wir einfach nebeneinander, trinken Kaffee in stummen Einvernehmen, dort am Küchentisch der uns schon so lange auf unserem Weg begleitet und an dem sie mir kurz vorher gesagt hatte:. „Du wirst sie schon finden, deine Liebe“. Da war ich aufgestanden und hinausgerannt.

Es war nichts passiert, außer dass meine Mutter mich hatte trösten wollen, nachdem mir  klargeworden war, dass die nunmehr drei Monate lange Affäre die ich mit einem zehn Jahre älteren Mann gehabt hatte weder zu einer ernsthaften Beziehung führen würde, noch dass er sich jemals in mich verlieben würde, so wie ich mir damals einbildete verliebt in ihn zu sein herunterladen. Mir hatte es den Boden unter den Füßen weggerissen allerdings weniger, weil ich tatsächlich verliebt war, sondern vielmehr, weil ich mich wochenlang hatte hinhalten lassen und weil es mir, wenn ich ehrlich zu mir war, zu jedem einzelnen Zeitpunkt bewusst gewesen war. Ich wusste, dass diese Beziehung keine Zukunft gehabt hatte und doch hatte ich es mir eingeredet. Ich hatte mich keine einzige Sekunde lang so gefühlt wie ich dachte, dass ich mich fühlen sollte, wenn mir die Liebe begegnete. Aber statt mir das einzugestehen hatte ich mir eine Illusion geschaffen. Eine Illusion die in dem Moment zerbrochen war, als er mir am Telefon sagte er sei wieder mit seiner Ex-Freundin zusammen. 

„Weißt du,“ sage ich, „Ich will grade nicht hören, dass alles wieder gut wird. Ich will es nicht hören, weil es sich verdammt noch mal überhaupt nicht so anfühlt“. Schon wieder laufen die Tränen über mein Gesicht. „Es ist grade nichts gut, rein gar nichts. Ich habe ein Studium das mich unglücklich macht, wohne in einer Stadt in der ich mich nicht mehr Zuhause fühle und ich habe keine Ahnung was ich mit meinem Leben anfangen soll, dabei hatte ich doch einen Plan prime video download macbook. Aber all‘ die Dinge von denen ich dachte, ich würde sie wollen, will ich nicht. Ich WILL sie WOLLEN, aber es geht nicht. Ich weiß einfach nicht was ich tun soll.“ Meine Mutter nimmt stumm meine Hand. Ohne ein Wort zu sagen sitzen wir in der Küche und während der Regen gegen die Fensterscheiben prasselt und es bereits beginnt zu dämmern, habe ich keinen blassen Schimmer was ich mit meinem Leben anfangen soll.

2010

Im Jahr 2011

Ich habe meinen Job hingeschmissen, mein Studium abgebrochen und wohne wieder in meinem Kinderzimmer. Ich habe die Entscheidung getroffen, keine Männer mehr zu treffen, bis ich mir sicher bin dass ich verliebt bin wie noch nie zuvor in meinem Leben. Und was ist jetzt?

Man sagt, man solle die Dinge loslassen damit sie sich fügen. Man solle sich einlassen auf das was kommt, auch wenn es nicht das ist von dem man einst dachte, es würde das Glück bringen herunterladen. Mann soll vertrauen, dem Leben, dem Universum, Gott oder wem auch immer, soll Dinge tun die man noch nie getan hat, allen Ängsten zum Trotz.

Aber was ist, wenn man sich traut eben genau das zu tun, sich die Dinge aber ganz und gar nicht fügen? Was ist, wenn das Gefühl, das ganze Leben glitte durch die eigenen Finger, einfach nicht aufhören will? Wenn es sich anfühlt als würde man schlittern, immer schneller und schneller, mitten in einen Sumpf aus dem man nicht mehr herauskommt? Was ist wenn man plötzlich Angst hat vor seiner eigenen Courage und sich fragt: War das überhaupt Mut? Oder war es nicht genau das Gegenteil? War ich feige gewesen? Hätte ich das Studium nicht einfach durchziehen sollen? Hätte ich nicht einfach in meinem Job bleiben sollen? Warum war es mir nicht gelungen die Zähne zusammenzubeißen und durchzuziehen? Hatte ich vielleicht eine der größten Chancen meines Lebens verpasst? Hätte ich es nicht einfach aushalten können?

Und so sitze ich mit 22 Jahren, einem Einser-Bachelorabschluss und einem abgebrochenen Masterstudium, mit einem gescheiterten Karriereplan und einem großen Traum von dem ich keine Ahnung habe wie ich ihn erfüllen soll in meinem Kinderzimmer, blicke an die fliederfarben-gestrichene Wand mit dem Dirty-Dancing Poster und möchte nichts lieber als mich unter meiner Bettdecke zu verkriechen um nie wieder hervorzukommen video files. „Was habe ich bloß mit meinem Leben angestellt“, frage ich mich während all’ die Pläne die ich jemals fasste an mir vorbeiziehen und mich auszulachen scheinen. Ich bin erschöpft und müde und frustriert und wütend, auf mich, auf das Leben und auf die Liebe die mir grade vorkommt wie ein schlechter Witz, der meinen größten Wunsch verhöhnt. „Ich bin eine lächerliche Witzfigur“, denke ich bitter. Ich krieche tiefer unter die Bettdecke, lasse mich treiben in diesem Meer von Gedanken das mir weismachen will, ich habe mich selbst in eine Sackgasse manövriert aus der ich niemals mehr hinausfinden werde.

Doch auf einmal höre ich die fröhliche Stimme meiner kleinen Schwester in das Dunkel meiner Höhle aus bitterem Argwohn mir selbst gegenüber dringen. Sie singt ein Lied. Irgendwer lacht und scheint das Radio lauter zu drehen. Eine Träne steigt in meinen Augenwinkel und ohne, dass ich es kontrollieren kann, bricht der Damm aus Selbstverachtung und ich lasse zu was dahinter ist ram herunterladen. Traurigkeit, Schuld und Wertlosigkeit kommen an die Oberflächlichkeit und für einen kurzen Moment fühle ich mich wieder wie das 12-jährige Kind, das sich unter der Bettdecke versteckte aus Scham und Angst, weil es der festen Überzeugung war, es niemals wert zu sein geliebt zu werden. Doch dann ist dieser Moment vorbei, die Schuld vergeht, die Wertlosigkeit schwindet und auch wenn die Traurigkeit noch für eine Weile bleiben wird, so ist sie doch nicht unangenehm, sondern fühlt sich vielmehr an wie ein alter Vertrauter auf einem Weg der noch nicht zu Ende ist. Die Gedanken sind weg und mit ihnen die Selbstverachtung. Was bleibt ist eine ruhige, stille Schwere und das Gefühl „Es ist okay“.

Ich schlage die Bettdecke zurück, blicke an die fliederfarben gestrichene Wand mit dem Dirty Dancing Poster, höre die helle Stimme meiner kleinen Schwester und bin auf einmal stolz auf mich. Ich schwinge mich aus dem Bett. „Ich schätze, vielleicht bin ich doch auf einem guten Weg …“, denke ich und muss lächeln.  

2011

Im Februar 2013

Es ist Karnevalsfreitag in einer Kleinstadt am Niederrhein und es gibt einige Orte an denen ich lieber wäre als im städtischen Pfarrheim zur alljährlichen Karnevalsparty. Ich mag sie, die Partys in meiner Heimatstadt, die sich nach Zuhause anfühlen aber grade an Karneval, den fünf Tagen im Jahr an denen es so viel leichter ist jemanden kennenzulernen als an den restlichen 360 Tagen, wäre ich doch lieber an einem Ort an dem ich nicht jedes einzelne Gesicht schon kenne seit ich laufen kann fortnite ganz einfach herunterladen.

Ich bin verkleidet als bezaubernde Jeannie und frage mich grade ob es tatsächlich eine gute Idee war die azurblauen, bauchfreien Samthosen meines 12-jährigen Alter-Egos aus dem Keller zu kramen als ich ihn sehe. Ich kenne ihn wie man sich eben kennt, wenn man in derselben Kleinstadt aufgewachsen und ungefähr im selben Alter ist. Er steht hinter dem DJ Pult, verkleidet als Atze Schröder, mit Lockenperücke und Pilotenbrille. Ich werfe ihm einen verstohlenen Blick zu und wie auf Kommando wendet er seinen Kopf. Sein Blick trifft meinen. Ich lächle und hebe die Hand zu einem Winken das nebensächlich wirken soll, sich aber eher unbeholfen anfühlt. Er grüßt mit einem Nicken zurück und damit ist unsere wortlose Begrüßung beendet.

Es ist ein schöner Abend, voll von alten Freundschaften, ziemlich viel Bier und dem Gefühl Zuhause zu sein. Als um drei Uhr morgens die Lichter angehen und der Raum sich leert, stehe ich auf einmal direkt vor dem DJ-Pult. Er grinst. „Hey“, sage ich. Mehr nicht for free youtube app. „Hey“, sagt auch er. „Du hast heute Abend gar nicht die Backstreet Boys gespielt“. Meiner Stimme hört man den gespielten Vorwurf an. „Oha“. Er klingt amüsiert. „Na, dann komm’ mal mit.“.

Wie selbstverständlich greift er meine Hand und zieht mich in den Nebenraum. Ich lache und lasse es zu und auf einmal stehe ich neben ihm vor einer uralten Stereoanlage aus der „Backstreet’s back“ klingt und führe eine Unterhaltung die sich so leicht, so richtig und so selbstverständlich anfühlt wie ich es niemals erwartet hätte. Ich bin überrascht wie dieser Mann, von dem ich dachte er sei unnahbar und wortkarg auf einmal so aufgeschlossen ist.

Ohne, dass wir es absprechen bringt er mich nach Hause. Es ist ein Spaziergang durch die Nacht voller verheißungsvoller Möglichkeiten und auch wenn ich zwar flüchtig daran denke, dass ich mir nun einmal selbst geschworen hatte mich nie wieder einer Illusion hinzugeben so ist mir das in diesem Moment völlig egal. Ich bin bereit all’ meine Vorsätze über Bord zu werfen, doch erstaunlicherweise passiert nichts von dem was ich erwartet hatte. Es ist vier Uhr am Morgen als ich die klischeehafte Frage stelle ob er noch auf einen Absacker mit herein kommen möchte star trek onlineen. Er grinst und nickt. Und dann reden wir. Wir tun tatsächlich nichts anderes als zu reden bis die Sonne aufgeht, die Vögel beginnen zu zwitschern und erst als ich gegen neun Uhr am Morgen höre wie meine kleinen Schwestern wach werden, sehe ich ihm hinterher wie er sich auf sein Rad schwingt, noch ein Mal flüchtig die Hand habt, ebenso nebensächlich wie er es bei unserer Begrüßung getan hatte und davonfährt. Ich habe keine Ahnung ob ich ihn noch einmal wiedersehen werde.

Ich bin verwirrt und auf eine seltsame Art glücklich und gleichzeitig frage ich mich ob ich mir den Mann der wenige Minuten zuvor noch neben mir saß und mich mit seinen Anekdoten so sehr zum Lachen brachte wie ich es ihm nie zugetraut hätte, nicht einfach nur eingebildet habe. Ich habe keinen Beweis dafür, dass dieser Abend tatsächlich stattgefunden hat, es gab keinen Kuss keine Berührung. Das was bleibt ist ein heimliches Gefühl davon, dass dies hier ein Neuanfang ist. Damals ahne ich noch nicht wie recht ich damit habe.

Das erste gemeinsame Foto 2013.

Im Mai 2013

„Ich liebe dich“. Es ist ein Samstagabend den wir mit Freunden in unserem Wohnzimmer verbringen und ein Gedanke der mich schon eine ganze Weile begleitet wie kann man fortnite auf nintendo switch herunterladen. „Ich liebe dich“. Verstohlen drehe ich meinen Kopf und sehe ihn an den Mann neben mir, von dem ich auch nach zwei Monaten nicht wirklich fassen kann, dass er noch immer da ist. Ich bin nicht nur in ihn verliebt, ich liebe ihn das weiß ich längst, doch sagen kann ich es ihm nicht. Ich traue mich nicht.

Er sieht mich an, grinst und küsst mich vorsichtig. Ich lege meinen Kopf an seine Schulter und atme tief ein, seine Hand liegt in meiner und wenn Gedanken laut werden könnten, würden die meinen jetzt aus voller Kehle schreien „Ich liebe dich“. Doch ich bleibe stumm.

Wir ziehen noch weiter in die Stadt, durch die Kneipen wie wir es am Wochenende so oft tun und als wir in den Morgenstunden wieder nach Hause kommen, noch etwas berauscht von diesem Abend und nebeneinander im Bett liegen, sein Arm um meine Schulter, schließe ich die Augen, spüre das Kribbeln in meinem ganzen Körper und nehme all’ meinen Mut zusammen: „Ich war noch niemals so sehr verliebt wie in dich“, murmele ich in seine Halsbeuge, schmiege mich noch enger an ihn, und weiß nicht genau ob ich hoffe soll, er habe meine Worte einfach überhört. Ich sehe sein Gesicht nicht, aber ich weiß, dass er lächelt. „Ich liebe dich auch“, antwortet er und ich kann es nicht glauben diese Worte aus seinem Mund zu hören. Ich kann sie spüren die Liebe in meinem ganzen Körper, es ist als würde sie uns komplett durchfließen und ich weiß nicht, ob ich jemals so glücklich war wie ich es in diesem Moment bin.

 

 

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2 Comments
  • Avatar
    Christina Reinfahrt
    Posted at 07:26h, 19 February Reply

    Liebe Inka,

    danke dass du diese Momente mit uns teilst.
    Ich liebe es ein gutes Buch zu lesen und wurde in letzter Zeit aber so oft enttäuscht, weil die Texte einfach zu flach waren oder der Schreibstil nicht gut. Und dann lese ich deinen Block so ehrlich so authentisch. Und bin fast schon traurig als ich durch bin. Danke dass du mich mit deinen Texten so in den Bann ziehst. Und bitte entschuldige meine schreckliche Rechtschreibung.

    • Inga
      Inga
      Posted at 09:47h, 19 February Reply

      Oh wow, ich danke dir von Herzen :).

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