Inga Hanka | Über die Liebe.
16240
post-template-default,single,single-post,postid-16240,single-format-standard,cookies-not-set,qode-quick-links-1.0,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-title-hidden,qode_grid_1300,hide_top_bar_on_mobile_header,qode-content-sidebar-responsive,qode-theme-ver-17.2,qode-theme-bridge,disabled_footer_top,wpb-js-composer js-comp-ver-5.6,vc_responsive

Über die Liebe.

Von der Suche nach der wahren Liebe und der Entscheidung sie zu finden.

Das erste Zitat das mein Leben in grundlegend andere Bahnen gelenkt hat, war eines das wohl jeder kennt: Love it, leave it or change it. Ich erinnere mich weder daran wo ich es las, noch habe ich eine Ahnung warum es mich so berührte, aber Tatsache ist, dass diese drei Worte „Love, it, leave it or change it“ in mein Gedächtnis eingebrannt sind und ich sie wohl nie vergessen werde. Nicht weil sie besonders kreativ oder schön formuliert sind, sondern ganz einfach weil sie mir in einer Zeit der Verzweiflung und Orientierungslosigkeit das Gefühl gaben, ich hätte mein Leben in der Hand. Worte können so etwas.

Worte können berühren. Sie können beruhigen, Mut machen oder Raum schaffen. Worte können Orientierung geben, für Aha-Momente sorgen und alte Wege in neue Bahnen lenken. Worte können Leben verändern. Meines jedenfalls, haben sie verändert.

Es waren Worte, die ich in Büchern las, auf Werbetafeln sah, die mir beim Blättern von Zeitschriften ins Auge fielen oder die ich inmitten von Liedtexten hörte. Worte die plötzlich auftauchen und sich anfühlten, als wären sie für mich geschrieben. Worte die ausdrückten, was ich mir am sehnlichsten wünschte und was damals so weit entfernt schien wie etwas nur weit entfernt sein kann: Ich wünschte mir die wahre Liebe.

Ich wünschte mir nichts mehr, als eine Liebe zu erleben wie ich sie aus Büchern und Filmen kannte – die eine, die echte, die wahre die große Liebe. Ich kann mich nicht erinnern wann dieser Traum in mir entstand, ich glaube er war schon immer da, er wuchs bloß mit der Zeit, denn je älter ich wurde desto mehr fütterte ich ihn, mit Geschichten, Gedichten und Zitaten Einzig die Tatsache, dass so viele Worte existierten die versuchten die Liebe zu beschreiben, ließ mich hoffen, dass mein Traum sich irgendwann erfüllen könnte. Und während ich also alles über die Liebe las, was ich in die Finger bekam, machte ich mich auf den Weg sie zu suchen.

Ich sollte herausfinden, dass der Weg sie zu finden wesentlich steiniger war als in den Büchern geschrieben stand, denn das ist meistens so wenn man sich wagt einen Traum nicht nur zu träumen sondern bereit ist ihn in die Realität zu holen. Die Realität ist niemals so fehlerfrei wie die Dichtung, dafür ist sie real und das ist unterm Strich wohl nötig damit die Rechnung schlussendlich aufgeht. Und das tat sie.

Heute lebe ich meinen Traum und das fühlt sich zuweilen ganz genau so kitschig an wie es klingt. Es fühlt sich genau so an wie ich es mir einst ausmalte, während ich las und gleichzeitig weiß ich jetzt, dass die Liebe so viel mehr sein kann, als es mit Worten überhaupt möglich ist zu beschreiben.

Mein größter Trugschluss über die Liebe war wohl, dass sie mir einfach irgendwann passieren würde. Dass sich die Dinge mit dem richtigen Mann für mich fügen würden. Diese Annahme – das kann ich heute voller Überzeugung sagen – ist Bullshit! Mit Ausrufezeichen. Selbstverständlich traf ich irgendwann den richtigen Mann und mit ihm fügten sich die Dinge, aber hätte ich nicht vorher die Arbeit gemacht, die es zu machen gilt wenn man die Liebe erleben will, dann wäre unsere Begegnung wohl nur eine unter vielen geworden. Denn erst als ich mich selbst dazu entschied zu lieben, bedingungslos und ohne Einschränkungen, und erst als ich alles aus dem Weg geräumt hatte, was dieser Entscheidung im Wege stand, erst dann wurde es für mich möglich die wahre Liebe zu erleben.

Und so tippe ich nun diese Worte – ich, die wohl alle Nicholas Sparks Filme mehrfach gesehen hat – und sage dir: Die Liebe hat erst im zweiten Schritt etwas mit Romantik oder Geborgenheit oder gar einer Beziehung zu tun. Im ersten Schritt beginnt sie mit kompromissloser Selbstverantwortung. Wer die wahre Liebe erleben möchte, der muss sich trauen für sie loszugehen, und damit meine ich nicht die Anmeldung auf Tinder. Wer die wahre Liebe erleben will, der muss sich trauen seinen Traum in Worte zu fassen, egal wie verrückt oder naiv oder lächerlich er sich dabei vorkommt. Denn ja, romantische Liebeskomödien haben tatsächlich oft nicht sonderlich viel mit der Realität zu tun, aber das Gefühl das sie transportieren, das gibt es.

Es gibt sie, die wahre, die große, die eine Liebe für jeden von uns, davon bin ich fest überzeugt. Und wenn du willst, beginnt sie genau hier, genau jetzt, mit einer einzigen Entscheidung. Der Entscheidung für sie loszugehen und nicht eher aufzugeben, als dass du sie gefunden hast.

Ich werde dir in dieser Kolumne kein Patentrezept nennen wie du deine Liebe findest, denn das gibt es nicht und sämtliche Bücher, Magazine oder Onlinekurse die das Gegenteil behaupten, haben schlichtweg nicht Recht. Das was ich tun werde, ist dich zu inspirieren, dich zu berühren und dir vielleicht die Worte schenken, die andere einst mir gaben und damit mein Leben veränderten.

Falls du von der wahren Liebe träumst, ganz egal ob du in einer Beziehung steckst oder nicht, dann bleibt für heute nur eines zu sagen: Es gibt sie, die wahre Liebe. Glaube dran. Und wenn du das tust, dann gehe den ersten Schritt und beginne damit alles über dich selbst herauszufinden, was deiner Liebe im Wege steht. Lese, lerne, lasse dich berühren, frage Menschen die eine Beziehung führen, die du dir wünscht, fasse deine Träume in Worte, traue dich sie auszusprechen. Traue dich die Liebe zum Dreh- und Angelpunkt deines Lebens zu machen, denn das ist sie.

Und so hoffe ich dir mit meinen Worten vielleicht den richtigen Schubs, den Mut oder die Legitimation zu geben, dein Leben zu verändern. „Love it, leave it or change it“ – das waren Worte die mir in einer Zeit der Verzweiflung und Orientierungslosigkeit das Gefühl gaben, ich hätte mein Leben in der Hand. Worte können so etwas.

„Am Anfang hatte ich einen Traum. Am Ende hat er sich erfüllt“ – das sind Worte die ich jedem mitgeben möchte der sich nach der Liebe sehnt. Geh los. Fang an, dort wo du anfangen kannst, bei dir selbst. Denn bei uns selbst ist da wo alles beginnt, am allermeisten jedenfalls die Liebe.

 

Lust auf mehr? Dann schau‘ doch mal bei Instagram vorbei. 

5 Comments
  • Avatar
    Sandra
    Posted at 19:49h, 04 February Reply

    Toller Text, sehr berührend

    • Inga
      Inga
      Posted at 11:57h, 05 February Reply

      Danke dir 🙂

  • Avatar
    Rebecca
    Posted at 17:14h, 05 February Reply
  • Avatar
    Sandra G.
    Posted at 00:16h, 06 February Reply

    Sehr schön geschrieben. Ich hab sie gefunden, aber mich selbst verloren. Ich finde, es stimmt sehr, wenn man sagt, man muss sich erst mal selbst lieben, um eine glückliche Beziehung führen zu können. Ich muss mich selbst erst finden. Es ist ein verdammt schmerzhafter Weg!
    Aber ich finde es toll, wie du über die Liebe denkst, schreibst und redest. Das gibt mir persönlich wieder Hoffnung, das nicht alles verloren ist.

  • Avatar
    Tanja Ahorn
    Posted at 06:19h, 06 February Reply

    Du gibst mir immer so ein Gefühl von Aufbruch. Danke dafür :).

Post A Comment