Inga Hanka | Wie die Perlen einer Kette.
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Wie die Perlen einer Kette.

Wenn ich zurückdenke, dann ist mein bisheriges Leben weniger eine zusammenhängende Geschichte, als vielmehr eine Aneinanderreihung von Augenblicken.

Die unterschiedlichsten Momente sind in dieser Analogie aufgereiht wie die Perlen einer Kette. Manche glänzen wie poliert, aus feinstem Material, andere sind abgegriffen als hätte ich sie wieder und wieder zwischen den Fingern hin und her gerollt. Es gibt solche die leuchten in bunten Farben und andere die scheinen matt und unscheinbar, sind aus der Nähe betrachtet jedoch mit einem wunderschönen Muster gezeichnet, das zu erkennen allerdings einen zweiten Blick erfordert.

Jeder dieser perlenförmigen Momente ist der unverzichtbare Teil eines Ganzen, dessen Gesamtbild sich nie wirklich vorhersagen ließ und das sich trotz allem Stück für Stück fügte.

Da gab es jene Momente deren Bedeutung mir von der ersten Sekunde an bewusst war, denn noch bevor sie überhaupt passierten, war mir klar, dass sie mein Leben verändern würden. Da gab es den Moment in dem ich ‚Ja“ sagte und versprach den Rest meines Lebens mit dem Mann zu verbringen den ich liebe. Da waren die Geburten meiner Töchter (HIER zum Text zur ersten Geburt und HIER zum Text über die zweite), auf die ich monatelang mit einer Mischung aus Vorfreude, Aufregung und Angst entgegenblickte. Es gab neue Lebensabschnitte, Umzüge, Neubeginne und Abschiede, von denen ich von Anfang an wusste: Jetzt wird sich mein Leben ändern.

Es gab aber auch andere Augenblicke, nämlich jene, von denen ich erst im Nachhinein erfuhr, dass sie es waren die mein Leben in eine bestimmte Richtung lenkten. So wusste ich nicht, dass ich vor dem Vater meiner Kinder stand, als ich Franz das erste Mal traf und hatte an einem Morgen im Frühling 2012 als ich in einen Bus stieg der mich zur Uni bringen sollte, noch keinen blassen Schimmer, dass ich nur ein Telefonat später mein Studium abbrechen würde. Und als ich im November 2015 an einem Mittwoch aufstand wusste ich noch nicht, dass ich schon bald völlig perplex in unserem winzigen Badezimmer stehen würde, in der Hand einen positiven Schwangerschaftstest. Denn große Moment passieren nicht selten ohne Ankündigung.

Es gibt Momente, die scheinen alltäglich, sind es aber nicht einmal im geringsten. Und es gibt Momente, die verheißen Großes, besitzen aber im Nachhinein nicht einen Funken Bedeutung.

Ich kann niemals sicher sein, dass am Abend noch alles so ist wie es am Morgen war. Ich kann nicht vorhersagen welche Momente es sein werden, die mein Leben bestimmen, wann es Zeit werden wird die nächste Perle auf meine Kette aufzufädeln. Aber ich weiß, dass jeder einzelne Augenblick, egal wie klein oder unbedeutend er auch zu sein scheint, es wert ist, dass ich ihm mit meiner ganzen Aufmerksamkeit begegne.

Denn vielleicht werde ich mich mein Leben lang, an ihn erinnern.

 

Was sind die Perlen deiner Kette?

 

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